Mitchum D. A. – Hamburg

mitchum_logo1. Stell dich bitte kurz vor.
Moin. Mein Name ist Torsten Jahnke. Ich arbeite seit über 20 Jahren als Gestalter für die Kulturindustrie.
Ich lebe mit Frau und Kind in Hamburg und Stockholm. Und ich nutze heimlich Offsetdruck!

2. Wie kamst du dazu Poster zu gestalten und warum hauptsächlich mittels Siebdruck?
Habe schon während des Studiums angefangen, Konzert- bzw. Tourneeposter zu gestalten, dabei viel für den Jazzbereich.
Interessiert hat mich schon damals eine ähnliche Herangehensweise wie heute bei Gigpostern, nämlich assoziativ zu Musik/Text eigene Gestaltungsideen zu entwickeln. Nachdem ich dann 2004 auf gigposters.com stiess, war mir klar, das willst du auch machen. Seitdem versuche ich, jedes Jahr mehr Siebdruckposter zu machen.

3. Bist du Autodidakt oder hast du eine einschlägige Ausbildung / Background? Kannst du vom Postermachen / Drucken leben oder was sichert deinen Lebensunterhalt?
Ich hab Kommunikations-Design in Hamburg studiert und verdiene damit mein Geld, so dass ich mir den Luxus leisten kann, selbst auszuwählen, für wen und wann ich Gigposter machen will. Zur Zeit ist es aber noch ein teures Hobby, das ich mir nur ab und zu leisten kann.(10/2015 Update: Seit gut einem Jahr arbeite ich zusammen mit Fritte unter dem Namen Spiegelsaal. Geht doch!)

4. Wie sieht dein Arbeitsablauf in Kurzform aus? Welche Werkzeuge und Hilfsmittel verwendest Du?
Wie gesagt, die Luxusausgabe: Wenn mich jemand so begeistert, dass ich ein Poster für sie/ihn/es machen will: Management/Band oder Club kontakten, Erlaubnis einholen. Aktuelles Album hören, Songtexte nach Brauchbarem abklopfen, Bildidee entwickeln und sich Gedanken über die Umsetzung machen. Bei Illustrationen arbeite ich gerne mit Timm Lotz oder Fritte. 2013 habe ich auch endlich angefangen, meine Gigposter selbst zu drucken.

5. Wer sind Deine Vorbilder, wer hat Dich beeinflusst, wen siehst Du als wegweisenden Poster-Artist an und von wem bist Du einfach Fan?
Gestaltung/Kunst: El Lissitzky; Big Daddy: Günther Kieser; Punk, weil Punk, obwohl Punk: Art Chantry; Das 1. Mal, dass ich ein Poster heiraten wollte: Patent Pending. Dazu begeistern jeden Tag aufs Neue ein Haufen Kollegen auf gigposters.com, auf die Schnelle fallen mir da u. a. Methane, Aesthetic Apparatus, Delicious Design und Invisible Creature ein, dazu die Kollegen, die in der Zeitung »Das Räkel« vertreten sind und die Poster Roast UK blokes.

6. Wie siehst du das Rockposter aktuell: Merchandise / Kunstdruck oder nach wie vor Ankündigung / Werbemittel?
Sowohl als auch, aber beides funktioniert hier noch eher mittelprächtig. Das Potential von Gigpostern scheint trotz des mittlerweile 8. Flatstock-Europe weder auf Club- noch auf Bandseite so richtig erfasst worden zu sein.  Das zu ändern war mit ein Grund dafür, diese Website zu starten.

7. Wo kann man deine Sachen bekommen?
Infos zu meinen Offset- und Jazzpostern sowie Brotjobs unter design.mitchum.de. Die Siebdruckposter sind bei Spiegelsaal zu bekommen.