Señor Burns – München

BURNS_stempel1501. Stell dich bitte kurz vor.
Eigentlich Bernd Hofmann, mit meinen Siebdruck Arbeiten bin ich aber als Señor Burns aktiv. Ich lebe und arbeite in München, betreibe eine kleine Siebdruckwerkstatt, die Red Can Company.

2. Wie kamst du dazu Poster zu gestalten und warum hauptsächlich mittels Siebdruck?
„Music was my first lobe“ und da ich schon immer eine starke Affinität zu Artwork, Plattencovern, Plakaten, Grafik und Drucktechnik hatte, waren irgendwann Konzertplakate und Siebdruck eine konsequente Folge. Das hat sich allerdings erst so 2004 / 2005 entwickelt, seitdem aber in hübscher Kontinuität. Siebdruck liebe ich für seine Plakativität, das Arbeiten mit großen Flächen, Schriften, verschiedensten Techniken, für die Intensität der Volltonfarben und für die handwerkliche Umsetzung.

3. Bist du Autodidakt oder hast du eine einschlägige Ausbildung / Background? Kannst du vom Postermachen / Drucken leben oder was sichert deinen Lebensunterhalt?
Ich bin zwar im Rahmen meines Malerei- und Grafikstudiums an der Kunstakademie bei den ersten Versuchen und Kniffen angeleitet worden (Danke, Michael Golf), das meiste Knowhow allerdings hab ich mir tatsächlich über die Jahre selbst erarbeitet und, sagen wir mal, verfeinert. Und ja, ich möchte davon leben können und beiß mich deswegen immer weiter rein.

4. Wie sieht dein Arbeitsablauf in Kurzform aus? Welche Werkzeuge und Hilfsmittel verwendest Du?
Meistens suche ich mir aus dem Meer an Veranstaltungen Bands aus, die ich sehr schätze und für die ich gerne ein Plakat anfertigen würde. Entweder hole ich mir dann vom Veranstalter, der Agentur oder im Idealfall von der Band selbst das OK. Oder es gibt direkt Anfragen von Musikern oder Veranstaltern. Zur Gestaltung lasse ich mich überwiegend vom Bandnamen, der Musik und/oder den Texten anregen. Über die Skizze entsteht ein Motiv mit Typografie und zuletzt kommen Papierwahl und die Farbgebung. Meine Arbeitsweise ist eine gute Mischung aus handwerklichen Techniken wie Zeichnen, Stempeln, schneiden und in Verbindung mit Fotos und Farbgebung benutze ich auch den Computer als hilfreiches Werkzeug. Die wirklich spannende Arbeit bleibt aber das finale aufeinander drucken der einzelnen Farbflächen.

5. Wer sind Deine Vorbilder, wer hat Dich beeinflusst, wen siehst Du als wegweisenden Poster-Artist an und von wem bist Du einfach Fan?
Ich bin ursprünglich sehr inspiriert von Künstlern wie Roy Liechtenstein, Edward Hopper, Andy Warhol, John Baldessari, Jasper Johns, solche Sachen. Und dann gibt es natürlich unzählige Kollegen aus der Gigposter-Szene, deren Arbeiten mir irre gut gefallen. Da muss man dann der Versuchung widerstehen, sich zu sehr an deren Stil zu orientieren…

6. Wie siehst du das Rockposter aktuell: Merchandise / Kunstdruck oder nach wie vor Ankündigung / Werbemittel?
Ich denke die Zeit ist reif, dass sich auch hierzulande mehr und mehr Begeisterung und Publikum für Rockposter findet, so wie es in den USA oder in Großbritannien seit den 60ern kontinuierlich ist. Über die letzten Jahre wurde soviel liebloser Schrott in Massen produziert und im Moment stellt sich schon wieder so ne Art Wertkonservatismus ein, sagen wir mal eine Wertschätzung für Qualität und leidenschaftliche Produktion. Das ist schon auch noch eine Form von Werbung, aber eine der man Vertrauen schenken kann, weil sie durch den jeweiligen Künstler ein bißchen Seele bekommen hat. Ideale Voraussetzungen für unsere Gigposter!

7. Wo kann man deine Sachen bekommen?
Poster und Art Prints von Señor Burns gibt es auf Einzel- oder Gruppenausstellungen, wie  auf dem Flatstock  oder beim Colored Gigs in Dresden. In Würzburg bei Zeychen&Wunder und außerdem Tag und Nacht, 24/7/365 im online-shop von Red Can unter www.red-can.com oder auf superbuy.at.