Zettel, Thomas – Barcelona | Wien

1. Stell dich bitte kurz vor.
Hey, mein Name ist Thomas Zettel, geboren im Wien Anfang der 80iger Jahre. Mittlerweile aber in Barcelona wohnhaft, wo ich auch mein kleines Siebdruckstudio „The Bicycle Press“ betreibe.

2. Wie kamst du dazu Poster zu gestalten und warum hauptsächlich mittels Siebdruck?
Eher durch Zufall. Gekauft hab ich Poster auf Konzerten ja schon länger – wusste aber natürlich nichts von dem ganzen Movement dahinter und noch viel weniger, dass diese mittles Siebdruck hergestellt werden bzw. was Siebdruck überhaupt ist.
Irgendwann bin ich dann über eine Bauanleitung einer Siebdruckmaschine gestolpert und mein geschickter Freund Carlos meinte nur das er mir behilflich sein würde mit dem Bau des Teils. Einer dieser richtungsweisenden Momente. Sie kommen aus dem Nichts und wirbeln dein ganzes Leben durcheinander -im positiven Sinne. Seither mach ich nix anderes mehr, nur mehr Siebdrucken, hah.

3. Bist du Autodidakt oder hast du eine einschlägige Ausbildung / Background?
Schwerster Autodidakt. Ich hab zwar die HTL für Maschinenbau und Kraftfahrzeugtechnik abgeschlossen und da auch ’nen gewissen Background als Technischer Zeichner/Konstrukteur mitbekommen. Aber es würde in meinem Fall über längere Zeit gar nichts anderes funktionieren als das Autodidaktische.

4. Kannst du vom Postermachen / Drucken leben oder was sichert deinen Lebensunterhalt?
Naja, immer noch mehr schlecht als recht. Ich bin auch gerade dabei mein eigenes T-Shirt-Label namens „BRKN IDEAS“ voranzutreiben. Im Normalfall brauch ich aber immer ein paar zusätzliche Auftragsarbeiten damit ich dann am Monatsende mit Schweissperlen auf der Stirn irgendwie die Kurve kratze. Ein ordentlicher Schritt nach vorne würde mir also noch ganz gut tun….aber ich probier mein Bestes. Alles passiert step by step. Wenn mir vor Jahren wer gesagt hätte, das ich mit dem was ich mache so viel herumkomme, so viele interessante Leute treffen und nebenbei nicht ’nen 40 Stunden Job machen muss, ich hätt`s nicht für möglich gehalten.

5. Wie sieht dein Arbeitsablauf in Kurzform aus? Welche Werkzeuge und Hilfsmittel verwendest Du?
Idee – Bleistift – Papier – Radierer – Scanner – Photoshop – Filme anfertigen – Siebe belichten – Drucken  – Signieren – Fertig is das Poster!

6. Wer sind Deine Vorbilder, wer hat Dich beeinflusst, wen siehst Du als wegweisenden Poster-Artist an und von wem bist Du einfach Fan?
Bin ein riesen Fan von Jay Ryan. Der steht für mich über allen. Seine Bücher sind ein ständiger Begleiter und eine Inspirationsquelle in vieler Hinsicht. Derek Hess find ich super, weil ichs auch gern realistisch mag. Ebenso Jermain Rogers, ein ganz ein grosser Künstler. Kevin Tong`s Mogwai Poster bewegt mich immer noch, und LandLand sind auch ganz oben auf meiner Liste.
Aber es gibt einfach jede Menge gute Künstler, und ich bin der „lucky guy“ viele von denen mittlerweile als echte Freunde bezeichnen zu können.

7. Wie siehst du das Rockposter 2016?  (Merchandise / Kunstdruck oder nach wie vor Ankündigung / Werbemittel?)
Ich seh`s als wichtigen Bestandteil eines Konzerts. Als Merchandise in siebgedruckter Form, aber auch als Werbemittel in der digitalen Version.
Man muss den Leuten weiterhin vermitteln was das spezielle am Siebdruck ist, dass diese Teile limiterit sind, jedes ein Unikat.
Oft kommt man aber an die Bands gar nicht ran weil dem Managment ein Poster ziemlich egal ist, die haben da nicht immer wirkliches Gespür dafür.

8. Wo kann man deine Sachen bekommen?
Am einfachsten auf meiner Website:
www.zellerluoid.org
Ich bin aber auch viel auf Messen und Festivals unterwegs. Am besten man schreibt seinen Namen auf meine Newsletter-Liste, dann ist man immer top informiert.