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Was soll denn das sein?

Posterkrauts.de wurde gemeinsam von den Gig-Poster KünstlerInnen Antje „Grace Helly“ Schröder, Bernd „Señor Burns“ Hofmann, Lars „Douze“ P. Krause, Jochen „Fritte“ Moenig und Torsten „Mitchum D.A.“ Jahnke aus der Taufe gehoben.
Das Ganze ist ein Web-Portal, entstanden aus der Idee, deutschsprachigen Gestaltern von limitierten Konzertpostern eine Plattform zu bieten, ihre Werke zu zeigen und die Öffentlichkeit auf diese besondere Art der Originalgrafik aufmerksam zu machen.

Gruß
die Posterkrauts


 

Gigposter?

Das Phänomen, spezielle Plakate für ausgesuchte Konzerte hochwertig zu ent­werfen und in limitierter Form in aufwendigen Druckverfahren herzustellen, kam zu erster Blüte in den späten Sechziger Jahren vor allem in den USA und England. Obgleich noch Ankündigungsmedium, waren diese Poster weit entfernt von banaler Werbung. Sie wandten sich an Eingeweihte und gelten zu Recht als Ikonen der Pop-Kultur der 60er Jahre.

Es war allerdings nicht diese mittlerweile vollständig kanonisierte und musealisierte Kunstform, welche jene Artists im Sinn hatten, die in den späten 1980er Jahren eine bis heute ungebrochene Renaissance des Gigposters anschoben. Punk, DIY, Pop-Art und aktuelle grafische Strömungen waren der Bezugsrahmen für Artists wie z. B. Art Chantry und Frank Kozik, deren Pionierarbeit zuerst in den USA und mittlerweile weltweit eine ungeheure Posterart-Welle in Gang setzte.

Mit ein Grund dafür ist sicher die fehlen­de Greif­barkeit von Musik und die – infolge der musikalischen Digitalisierung – auf Daumennagelgröße geschrumpften Cover-Artworks. Das Konzert als Erlebnis für den Musikkonsumenten und als Einnahmequelle für die Musiker hat an Bedeutung gewonnen und damit auch der Bedarf an Souvenirs dieser Konzerte, haptische Erinnerungsstücke, die sich nicht downloaden lassen.

Viele Gigposterartists fingen mit Postern für die eigene Band an. Der Siebdruck ist dabei ein probates Mittel. Technisch nicht aufwendig, aber arbeits­intensiv, da jede Farbe einzeln – und meistens per Hand – gedruckt wird.

Der Handsiebdruck erlaubt dabei im Gegensatz zum industriellen Siebdruck nur verhältnismäßig geringe Auflagen, da mechanische und chemische Beanspruchung die Siebe angreift und das Druckergebnis beeinflußt. Das führt auch dazu, dass kaum ein Plakat dem anderen im Detail gleichen dürfte. Somit ist jedes einzelne Plakat ein Kunstwerk für sich und kann trotz aufwendiger Produktion für vergleichsweise wenig Geld erworben werden.
Längst sind solche Plakate nicht mehr nur ein Werbemedium und Gebrauchskunst, sondern gefragte Sammlerstücke, jenseits von Bandme­morabilia fürs Jugendzimmer, die nicht selten in renommierten Galerien der Welt gezeigt werden. Entwurf und vor allem Druck sind noch ein klassisches, künstlerisches Handwerk. Nicht zuletzt dieser Umstand, im Gegensatz zum seelenlosen, unendlich reproduzierbaren Digitaldruck macht den Wert und den Reiz von Gigpostern aus. Auf solchen Plakaten wird nicht nur das üb­liche Bandporträt oder Plattencover mit Einheits­logo dargestellt, sondern hier zählt eine künstlerische Idee fernab von Marketingstrategien. Daher sind Gigposter eben nicht nur bunte Merchandise-Artikel, sondern sie verkörpern den jeweiligen Zeitgeist und sind ein Hort zahlreicher Ideen, Anspielungen oder Witze zur dargestellten Musik in Form von durchdachten Illustrationen. Das Spannende an diesen Plakaten ist nicht zuletzt die unglaubliche Vielfalt. Von kleinen Undergroundbands bis hin zu Stadiongiganten reicht die gezeigte Bandbreite. Ebenso vielfältig und bunt ist die heutige, breit vernetzte Szene der Gigposterartists, die sich u. a. zu den Flatstock Poster Conventions und vielen anderen Ausstellungen trifft, sich austauscht und deren ungebrochene Posterbegeisterung letztlich auch zu dieser Website führte.

©2017 Christian Curschmann / Torsten Jahnke