Hacker, Michael – Wien

hacker_logo_600px1. Stell dich bitte kurz vor.
Hallo, mein Name ist Michael Hacker und ich lebe und arbeite derzeit in Wien. Sobald ich die nötige Zeit finde, gestalte und drucke ich, neben meiner Arbeit als selbständiger Illustrator und Comiczeichner, Gigposter für Bands wie Queens of the Stone Age, Eagles of Death Metal, The Melvins oder Sonic Youth.

2. Wie kamst du dazu Poster zu gestalten und warum hauptsächlich mittels Siebdruck?
Direkt nach der Lektüre von »Art of Modern Rock« – der Rockposterbibel schlechthin – entstand der Wunsch eigene Gigposter zu drucken. Der Besuch einer Ausstellung des Künstlerkollektivs Bongoût in Berlin brachte den Stein dann endgültig ins Rollen. Diesen Wunsch teilte ich mit vier Freunden und wir gründeten zusammen ein eigenes Kollektiv namens Atzgerei und richteten uns 2005 eine Siebdruckwerkstätte in einem verlassenen Fabriksgebäude am Rande Wiens ein. 2006 entstanden dann die ersten Gigposter.
Mit Siebdruck kam ich schon etwas früher in Kontakt und mir gefiel von Anfang an die Direktheit des Druckverfahrens sowie die Tatsache fernab von jeglichen digitalen Druckarten den Druckprozess selbst mitbestimmen und steuern zu können. Was am Anfang mehr als nur einmal ziemlich in die Hose ging…

3. Bist du Autodidakt oder hast du eine einschlägige Ausbildung / Background?
Kannst du vom Postermachen / Drucken leben oder was sichert deinen Lebensunterhalt?
Zeichnen war seit jeher sehr wichtig für mich, aber erst im Laufe meines Studiums an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und an der Kunsthochschule in Oslo hat das ganze an Ernsthaftigkeit gewonnen. Heute bin ich in der glücklichen Lage meinen Lebensunterhalt mit Illustrationen und Comics zu bestreiten.

4. Wie sieht dein Arbeitsablauf in Kurzform aus? Welche Werkzeuge und Hilfsmittel verwendest Du?
Zuerst skizziere ich einige Ideen in mein Skizzenbuch. Diese ersten Entwürfe sind sehr grob und oft nicht größer als eine Briefmarke. Nachdem ich mich für eine bestimmte Idee entschieden habe, vergrößere ich die Skizze, füge Details hinzu und ziehe die Zeichnung mit einem Tuschepinsel nach. Da ich die Typografie oft ins Artwork integriere, ist auch das Lettering handgezeichnet. Die einzelnen Farben entstehen entweder am Computer oder ich zeichne sie unter Zuhilfenahme eines Leuchttisches auf ein eigenes Blatt Papier. Das fertige Poster drucke ich dann in der eigenen Siebdruckwerkstatt. In den meisten Fällen suche ich mir die Band, für die ich ein Poster machen möchte, selbst aus. Vorwiegend für Konzerte in Wien. Es kann durchaus passieren, dass eine Idee für ein Poster schon monate- oder sogar jahrelang in meinem Skizzenbuch schlummert, bevor ich die betroffene Band überhaupt erst kontaktiere.

5. Wer sind Deine Vorbilder, wer hat Dich beeinflusst, wen siehst Du als wegweisenden Poster-Artist an und von wem bist Du einfach Fan?
Mein Zeichenstil und mein narrativer und humoristischer Zugang sind sehr stark von Comics geprägt. Deshalb sind auch die meisten meiner Lieblingskünstler Comiczeichner. Wobei ich generell KünstlerInnen bewundere, die sich einen unvergleichlichen Stil angeeignet haben. Nicht nur in visueller Hinsicht sondern auch in punkto Storytelling. Jim Woodring, Mike Mignola oder Nicolas Mahler haben stilistisch nicht sehr viel miteinander zu tun, doch die jeweiligen Zeichnungen passen perfekt mit der Art der Geschichten, die sie transportieren, zusammen.

6. Wie siehst du das Rockposter 2013: Merchandise / Kunstdruck oder nach wie vor Ankündigung / Werbemittel?
Aufgrund des hohen Produktionsaufwand, den das Siebdruckverfahren mit sich bringt (zusätzlich zu den oft aufwändigen und detaillierten Artworks) und die strenge Limitierung der einzelnen Poster sehe ich Gigposter definitiv als Kunstdrucke.

7. Wo kann man deine Sachen bekommen?
In erster Linie in meinem Online Shop michaelhacker.bigcartel.com oder man besucht meinen Stand bei einer Flatstock Poster Convention (zB. jeden September während des Reeperbahnfestivals in Hamburg). Auf Wiederschaun!