Unter dem Namen POSTER-O-RAMA a european gig poster show wurde eine Ausstellung zusammengestellt, die Gigposter von über 30 Artists/Studios präsentiert. Die Wanderausstellung wurde von Protagonisten der europäischen Szene (Alex Hanke, Joris Dirks und Torsten Jahnke) entwickelt, um einen kompakten Einblick in die wunderbare, vielfältige Welt der Gigposterkultur zu ermöglichen.

Das Phänomen, spezielle Plakate für ausgesuchte Konzerte hochwertig zu ent­werfen und in limitierter Form in aufwendigen Druckverfahren herzustellen, kam zu erster Blüte in den späten Sechziger Jahren vor allem in den USA und England. Obgleich noch Ankündigungsmedium, waren diese Poster weit entfernt von banaler Werbung. Sie wandten sich an Eingeweihte und gelten zu Recht als Ikonen der Pop-Kultur der 60er Jahre.
Viele Gigposterartists fingen mit Postern für die eigene Band an. Der Siebdruck ist dabei ein probates Mittel. Technisch nicht aufwendig, aber arbeits­intensiv, da jede Farbe einzeln – und meistens per Hand – gedruckt wird.
Der Handsiebdruck erlaubt dabei im Gegensatz zum industriellen Siebdruck nur verhältnismäßig geringe Auflagen, da mechanische und chemische Beanspruchung die Siebe angreift und das Druckergebnis beeinflußt. Das führt auch dazu, dass kaum ein Plakat dem anderen im Detail gleichen dürfte. Somit ist jedes einzelne Plakat ein Kunstwerk für sich und kann trotz aufwendiger Produktion für vergleichsweise wenig Geld erworben werden.
Längst sind solche Plakate nicht mehr nur ein Werbemedium und Gebrauchskunst, sondern gefragte Sammlerstücke, jenseits von Bandme­morabilia fürs Jugendzimmer, die nicht selten in renommierten Galerien der Welt gezeigt werden. Entwurf und vor allem Druck sind noch ein klassisches, künstlerisches Handwerk. Nicht zuletzt dieser Umstand, im Gegensatz zum seelenlosen, unendlich reproduzierbaren Digitaldruck macht den Wert und den Reiz von Gigpostern aus. Auf solchen Plakaten wird nicht nur das üb­liche Bandporträt oder Plattencover mit Einheits­logo dargestellt, sondern hier zählt eine künstlerische Idee fernab von Marketingstrategien.

Erste Station war die Illustrade. Die Macher dieses großartigen Festivals für Illustration kannten Gigposter von diversen Musikfestivals und luden uns als Gastkünstler ein. An sich schon eine schöne Sache, die allerdings noch dadurch getoppt wurde, das man uns den kompletten Lichthof der Kunsthalle Rostock zur Verfügung stellte. Fritte war während des Festivals 5 Tage vor Ort und extrem begeistert von dem positiven Feedback und der Menge an Besuchern, versteht sich Poster-O-Rama doch als Graswurzelaktion um die europäische Posterlandschaft zu beleuchten und den Menschen nahezubringen. Vielen Dank an das Illustrade Team und die Mitarbeiter der Kunsthalle Rostock. Ein toller Start.

Wie schon erwähnt handelt es sich bei POSTER-O-RAMA a european gig poster show um eine Wanderausstellung. Interessierte Veranstalter, Events, Museen, Organisationen, Städte o.ä. können nun einfach Kontakt aufnehmen und bekommen einen Flightcase mit Postern, Begleitmaterial, Clips und allem was nötig ist, um eine schöne, vielfältige, internationale Posterausstellung auf die Beine zu stellen. Evtl. ist auch der eine oder andere Posterkünstler selbst vor Ort. Hier ein paar Impressionen aus der Kunsthalle Rostock:



Weiter Informationen und Termine gibt es auf der FB-Seite:

POSTER-O-RAMA a european gig poster show

Illustrade – Rostock – 20.-24.9. Kunsthalle Rostock
Colors of Pop – Saarbrücken – 20.-22.10. Kongresshalle
Le Guess Who? – Utrecht – 9.-12.11. Tivoli